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Meningokokken-B-Impfung in der Apotheke

Wem die Ständige Impfkommission die Impfung gegen Meningokokken B empfiehlt, was sie kostet und welche Apotheken sie anbieten.

Stand: 21.08.2026

Seit dem 2. Juli 2026 dürfen geschulte Apothekerinnen und Apotheker Erwachsene gegen Meningokokken B impfen. Die Regel steht in § 20c des Infektionsschutzgesetzes. Das geht ohne Arzttermin und ohne Überweisung, ab 18 Jahren. Erlaubt heißt dabei noch nicht überall verfügbar: Impfen darf nur, wer dafür ärztlich geschult ist, und das Gesetz verpflichtet dazu keine Apotheke.

Empfohlen ist die Impfung den meisten Erwachsenen nicht. Meningokokken sind Bakterien, die in Serogruppen eingeteilt werden, und B ist eine davon. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts siedeln sie im Nasen-Rachen-Raum. Selten lösen sie eine Hirnhautentzündung oder eine Blutvergiftung aus: Bundesweit erkranken daran weniger als 0,4 von 100.000 Menschen im Jahr. Gegen die Serogruppe B empfiehlt die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut Erwachsenen keine allgemeine Impfung.

Wem die Impfung empfohlen wird

Die Ständige Impfkommission nennt sie in ihrer Empfehlung von 2026 eine Indikationsimpfung: empfohlen also nur, wenn ein bestimmtes Risiko besteht. Bei Erwachsenen sind das Menschen mit einer angeborenen oder erworbenen Immunschwäche. Die Empfehlung zählt dazu:

  • einen Komplement- oder Properdindefekt, also eine Lücke in einem Teil der Immunabwehr
  • eine Behandlung mit C5-Komplement-Inhibitoren
  • einen Mangel an Antikörpern
  • eine fehlende oder funktionslose Milz, etwa bei Sichelzellkrankheit

Dazu kommt Laborpersonal, das Meningokokken ausgesetzt ist. Beiden Gruppen empfiehlt die STIKO zwei Impfungen zusammen: diese und die gegen die Serogruppen A, C, W und Y. Häufen sich Erkrankungen oder gibt es einen Ausbruch, richtet sich die Impfung nach dem, was die Gesundheitsbehörden empfehlen.

Wie gut die Impfung bei einer Immunschwäche wirkt, ist offen: Dazu liegen der STIKO keine Daten vor, und das Erkrankungsrisiko fällt je nach Grunderkrankung unterschiedlich aus. Sie schreibt deshalb, die Entscheidung für die Impfung solle nach individueller Risiko-Nutzen-Abschätzung getroffen werden.

Gehören Sie zu keiner dieser Gruppen, ist die Impfung damit nicht ausgeschlossen. Das Robert Koch-Institut nennt dafür eine individuelle Entscheidung nach ärztlicher Beratung, im Rahmen der Zulassung. Besprechen Sie das in der Apotheke oder in Ihrer Arztpraxis.

Vor einer Reise

Was vor einer Reise empfohlen ist, legen die Ständige Impfkommission und die Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin, Reisemedizin und Globale Gesundheit fest. Für Meningokokken B nennen sie Reisen in Länder mit epidemischem Vorkommen, besonders bei engem Kontakt zur einheimischen Bevölkerung: Katastrophenhelferinnen und -helfer, je nach Exposition auch Entwicklungshelferinnen und -helfer und medizinisches Personal. Vor einem Langzeitaufenthalt richtet sie sich nach den Empfehlungen des Ziellandes.

Weil Meningokokken außerhalb des Körpers rasch absterben, ist für eine Ansteckung nach Angaben des Robert Koch-Instituts enger Kontakt nötig: Sekret aus Mund und Rachen muss übertragen werden. Eine Begegnung ohne engen Kontakt reicht in der Regel nicht.

Was die Impfung abdeckt

Nicht jeden Stamm der Serogruppe B. In Deutschland zirkulieren verschiedene Stämme dieser Bakterien. Den Anteil, den die Impfung nicht erfasst, schätzt das Robert Koch-Institut auf unter 20 %.

Wer sie bezahlt

Wer wofür einen Anspruch hat, steht in Anlage 1 der Schutzimpfungs-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses. Der Ausschuss setzt darin die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission um.

Vor einer privaten Reise zahlen Sie in der Regel selbst. Die STIKO-Empfehlungen von 2026 nennen zwei Ausnahmen aus dem Sozialgesetzbuch V: Die Krankenkasse zahlt, wenn der Auslandsaufenthalt beruflich oder durch eine Ausbildung bedingt ist. Sie zahlt außerdem, wenn ein besonderes öffentliches Interesse daran besteht, eine Krankheit nicht nach Deutschland einzuschleppen. Einige Kassen erstatten Reiseimpfungen freiwillig als Satzungsleistung.

Was die Impfung als Selbstzahlerleistung kostet, legt jede Apotheke selbst fest. Fragen Sie dort nach, bevor Sie einen Termin buchen.

Häufige Fragen

Ich arbeite in einer Klinik oder in der Pflege. Ist die Impfung für mich empfohlen?

Nicht allein wegen des Berufs. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts spricht die Ständige Impfkommission für Personal im Gesundheitswesen keine allgemeine Empfehlung gegen Meningokokken aus. Beobachtet wurde dort nur ein leicht erhöhtes Risiko gegenüber der Allgemeinbevölkerung. Anders liegt es bei einer Reise in ein Land mit epidemischem Vorkommen und engem Kontakt zur einheimischen Bevölkerung: Dafür nennt das Robert Koch-Institut die Impfung gegen Meningokokken B und die gegen die Serogruppen A, C, W und Y.

Ich arbeite in einem Labor. Wer zahlt die Impfung?

Bei einer beruflich veranlassten Impfung kommt neben der Krankenkasse auch der Arbeitgeber als Kostenträger in Frage. Darauf weisen die STIKO-Empfehlungen von 2026 hin. Ob die gesetzliche Krankenversicherung zahlt, legt die Schutzimpfungs-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses fest.

Schützt die Impfung auch Menschen in meiner Umgebung?

Nein. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts verhindert die Impfung nicht, dass sich Meningokokken im Nasen-Rachen-Raum ansiedeln. Ungeimpfte werden dadurch nicht indirekt geschützt, wenn andere sich impfen lassen.

Wie lange hält der Schutz?

Das lässt sich nicht sagen. Zur Schutzdauer der Impfung gegen Meningokokken B liegen dem Robert Koch-Institut keine Daten vor. Was das für Sie bedeutet, klärt die Apotheke im Aufklärungsgespräch.

Kassenleistung unter Bedingungen: Die Krankenkasse zahlt bei bestimmtem Alter oder bestimmter Indikation, sonst zahlen Sie selbst. Ihre Apotheke sagt Ihnen, was für Sie gilt.

Stand der Angabe: 21.08.2026

Apotheken, die gegen Meningokokken B impfen

Bisher hat uns keine gelistete Apotheke diese Impfung gemeldet. Das heißt nicht, dass sie niemand anbietet. Fragen Sie in Ihrer Apotheke nach.

Eine Apotheke in Ihrer Nähe finden

Adresse oder PLZ eingeben, Apotheken mit hinterlegtem Impfangebot in der Nähe finden und nach Impfung filtern.

Quellen

Diese Seite gibt allgemeine Informationen wieder und nennt ihre Quellen. Sie ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Was in Ihrem Fall richtig ist, klären Sie in Ihrer Apotheke oder Ihrer Arztpraxis.