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Impfen in der Apotheke: Die wichtigsten Fragen und Antworten

Impfen in der Apotheke: Antworten zu Sicherheit, Nachfrage, Wirtschaftlichkeit und Impfpass-Check. Mit Studiendaten für Apothekerinnen und Apotheker.

Stand: 03.10.2026

Diese Seite fasst zusammen, was öffentlich dokumentiert ist. Sie ist keine Rechtsberatung. Verbindlich sind Ihre Apothekerkammer und die zuständige Aufsichtsbehörde.

Impfen in der Apotheke ist sicher, wird von Kunden sehr gut angenommen und erreicht Menschen, die sich sonst nicht impfen lassen würden. Diese FAQ fasst die wichtigsten Daten für Apothekerinnen und Apotheker zusammen, die ein eigenes Impfangebot in der Apotheke planen.

Sicherheit der Apothekenimpfung

Ist Impfen in der Apotheke sicher?

In Apotheken wird nur mit Totimpfstoffen geimpft. Dabei handelt es sich um abgetötete Erreger oder deren Bestandteile, die sich nicht vermehren und die Erkrankung, gegen die sie schützen, nicht auslösen können. In einer Studie zur Grippeimpfung in Apotheken ist in nur neun von 11.571 Befragungen (0,08 %) eine Reaktion nach der Impfung vermerkt worden. Die Studie war zwar nicht auf die Untersuchung von Nebenwirkungen ausgelegt, es waren aber in keinem Fall Notfallmaßnahmen in der Apotheke erforderlich.

Welche Erfahrungen gibt es international mit Apothekenimpfungen?

Impfungen in Apotheken sind international seit Langem etabliert. In Frankreich, Irland, Portugal, der Schweiz, Großbritannien, Dänemark, Norwegen, Belgien, Luxemburg, Italien, Polen, den USA, Kanada, Australien und Neuseeland wird beispielsweise schon lange in Apotheken geimpft. Laut ABDA dürfen Apothekerinnen und Apotheker weltweit in rund 40 Ländern in Apotheken gegen Grippe (Influenza) impfen.

Welche Impfungen wurden in deutschen Apotheken bisher durchgeführt?

Seit dem 2. Juli 2026 dürfen Apotheken Erwachsenen alle Impfungen mit Totimpfstoffen anbieten. Bis dahin waren in deutschen Apotheken nur Grippe- und COVID-19-Impfungen erlaubt. Die Grundlage dafür ist das Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG). Dazu gehören unter anderem Impfungen gegen FSME, Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten (Pertussis), Kinderlähmung (Polio), Hepatitis A und B, Pneumokokken, RSV, Gürtelrose (Herpes Zoster) sowie Meningokokken B und ACWY. Voraussetzung ist eine ärztliche Impfschulung. Lebendimpfstoffe sind weiterhin ausgenommen.

Nachfrage und Impflücken

Wie groß ist der Bedarf an zusätzlichen Impfangeboten?

Der Bedarf ist groß, denn die Impfquoten in Deutschland sind zu niedrig. Besonders deutlich zeigt sich das bei der Grippeimpfung. Bei Menschen ab 60 Jahren strebt die WHO eine Quote von 75 % an, in Deutschland lag sie im Berichtszeitraum 2024/25 nach Angaben des Robert Koch-Instituts bei nur 34,5 %. Auch bei anderen Impfungen sind die Quoten niedrig: Gegen Pneumokokken waren im Berichtszeitraum I/2025 nur 14 % der 60- bis 64-Jährigen geimpft. Im zuletzt verfügbaren Berichtszeitraum 2024 waren 20 % der Menschen in Risikogebieten vollständig gegen FSME geimpft, gegen COVID-19 im Berichtszeitraum 2024/25 nur 13 % der Menschen ab 60 Jahren.

Warum ist die Apotheke ein guter Ort zum Impfen?

Die Apotheke ist ein guter Ort zum Impfen, weil sie nah und vertraut ist. Die Apotheke erreicht so viele Menschen ohne große Hürden. Rund drei Millionen Menschen besuchen täglich eine Apotheke, pro Jahr kommen so rund 1 Milliarde Patientenkontakte zustande. 64 % der Menschen in Deutschland besuchen ihre Apotheke mindestens einmal im Monat und 92 % haben Vertrauen zu ihren Apothekerinnen und Apothekern (ABDA, Zahlen, Daten, Fakten 2025).

Erreicht die Apothekenimpfung neue Zielgruppen?

Ja, nach Befragungsergebnissen erreicht die Apothekenimpfung auch gezielt Menschen, die sich sonst nicht impfen lassen würden. In den Modellprojekten gaben 17 % der Geimpften an, sie hätten sich außerhalb einer Apotheke nicht impfen lassen, weitere 11,5 % waren unsicher. Bei Personen mit ihrer ersten Grippeimpfung lag dieser Anteil sogar bei 27,6 %, weitere 34,5 % waren unsicher.

Wie zufrieden sind Kunden mit der Impfung in der Apotheke?

Die Zufriedenheit ist sehr hoch. 88,5 % waren mit den Informationen zufrieden, 93,8 % mit dem Impfablauf. 93,9 % wollen die Impfung in der Apotheke wiederholen und 79,7 % würden auch andere Impfungen in der Apotheke in Anspruch nehmen.

Wirtschaftlichkeit und Organisation des Impfangebots

Wer übernimmt die Kosten für die Impfung in der Apotheke?

Impfungen nach der Schutzimpfungs-Richtlinie zahlen die Krankenkassen als Pflichtleistung, die Vergütung der Apotheke regelt ein Vertrag nach § 132e Abs. 1a SGB V. Im Rahmen individueller Satzungsleistungen übernehmen manche Krankenkassen auch Impfungen über die STIKO-Empfehlungen hinaus. Für Versicherte soll die finanzielle Hürde so niedrig wie möglich sein.

Impfpass-Check und Zukunft der Apotheke

Was ist der Impfpass-Check in der Apotheke?

Beim Impfpass-Check können Impflücken beim Patienten erkannt werden. Die Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) besagt, dass jeder ärztliche Kontakt dazu genutzt werden sollte, den Impfstatus von Patient:innen sorgfältig zu überprüfen und gegebenenfalls zu vervollständigen.

Welche Vorteile hat das Impfen für die Apotheke vor Ort?

Impfen stärkt das Profil der Apotheke als zentrale Anlaufstelle für die wohnortnahe Gesundheitsversorgung. Besonders im ländlichen Raum, wo Arztpraxen seltener werden, trägt die Apotheke so zum Erhalt der Versorgung bei. Zudem macht das Impfen den Apothekerberuf attraktiver und hilft bei der Nachwuchsgewinnung.

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Quellen

Diese Seite gibt allgemeine Informationen wieder und nennt ihre Quellen. Sie ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Was in Ihrem Fall richtig ist, klären Sie in Ihrer Apotheke oder Ihrer Arztpraxis.