RSV-Impfung in der Apotheke
Wem die RSV-Impfung nach der STIKO-Empfehlung von 2026 empfohlen wird, wann sie gegeben wird und welche Apotheken sie anbieten.
Stand: 21.08.2026
Seit dem 2. Juli 2026 dürfen geschulte Apothekerinnen und Apotheker auch gegen RSV impfen, ab 18 Jahren. Die Regel steht in § 20c des Infektionsschutzgesetzes. RSV steht für Respiratorische Synzytial-Viren. Nach Angaben des Paul-Ehrlich-Instituts befallen sie die Atemwege, und die Krankheitszeichen ähneln meist einer Erkältung.
Erlaubt heißt noch nicht überall verfügbar: Die Mustercurricula für die vorgeschriebene Schulung muss die Bundesapothekerkammer nach Angaben der ABDA erst noch erarbeiten. Zum Impfen verpflichtet ist keine Apotheke: § 20c erlaubt es, er schreibt es nicht vor.
Wem die RSV-Impfung empfohlen wird
Allen Menschen ab 75 Jahren empfiehlt die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut eine einmalige RSV-Impfung als Standardimpfung. Zwischen 60 und 74 Jahren ist es eine Indikationsimpfung: empfohlen für Menschen, die in einer Einrichtung der Pflege leben, und für Menschen mit einer schweren Grunderkrankung. So steht es in ihrer Empfehlung von 2026.
Die STIKO nennt dafür unter anderem schwere Formen von:
- chronischen Erkrankungen der Atmungsorgane
- chronischen Herz-Kreislauf- und Nierenerkrankungen
- chronischen neurologischen und neuromuskulären Erkrankungen
- hämato-onkologischen Erkrankungen
- Diabetes mellitus mit Komplikationen
- einer angeborenen oder erworbenen Immundefizienz
Leichte, unkomplizierte oder medikamentös gut kontrollierte Formen zählen für die STIKO nicht dazu. Wie schwer eine Grunderkrankung ist, schätzt nach Angaben des Robert Koch-Instituts die Ärztin oder der Arzt ein. Beide Gruppen nennt das Institut, weil bei ihnen das Risiko für einen schweren Verlauf erhöht ist. In Einrichtungen der Pflege sollen zusätzlich Ausbrüche verhindert werden.
Unter 60 Jahren empfiehlt die STIKO die RSV-Impfung nicht. Zugelassen sind die Impfstoffe inzwischen auch für jüngere Menschen mit erhöhtem Risiko. Die Auswertung der Daten dazu hat die STIKO nach Angaben des Robert Koch-Instituts noch nicht begonnen.
Neu ist an der Empfehlung von 2026 ein dritter zugelassener Impfstoff. Eine Vorzugsempfehlung für einen davon hat die STIKO nicht ausgesprochen.
Wann geimpft wird
Am besten im September oder Anfang Oktober. Das empfiehlt das Robert Koch-Institut, damit der Schutz zu Beginn der Saison steht. Die RSV-Saison reicht meist von Oktober bis März, und der Schutz baut sich in etwa 14 Tagen auf.
Das Robert Koch-Institut rät, eine versäumte Impfung während der laufenden Saison nachzuholen. Vor Saisonbeginn zu impfen ist sinnvoll, erforderlich ist es nicht.
Nach Angaben des Robert Koch-Instituts ist es eine einmalige Impfung, keine jährliche. Ob sie später aufgefrischt werden muss, lässt sich mit den bisherigen Daten nicht beantworten. Das hält die STIKO 2026 ausdrücklich fest.
Was die Krankenkasse zahlt
Für beide empfohlenen Gruppen ist die RSV-Impfung eine Kassenleistung. Anlage 1 der Schutzimpfungs-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses führt sie als Standardimpfung ab 75 Jahren und als Indikationsimpfung ab 60 Jahren. Die Grundlage dafür steht in § 20i des Fünften Sozialgesetzbuchs.
Außerhalb dieser Gruppen zahlen Sie in der Regel selbst. Wie viel es kostet, legt jede Apotheke für sich fest. Einzelne Krankenkassen übernehmen solche Impfungen freiwillig als Satzungsleistung.
Häufige Fragen
Kann ich die RSV-Impfung zusammen mit der Grippeimpfung bekommen?
Das hängt vom Impfstoff ab, den die Apotheke vorrätig hat. Für einen Teil der zugelassenen RSV-Impfstoffe ist die gleichzeitige Gabe mit der Grippe- und der Corona-Impfung belegt. Für einen anderen fehlen dazu nach Angaben des Robert Koch-Instituts noch Daten. Was möglich ist, klärt die Apotheke im Aufklärungsgespräch.
Ich hatte schon einmal eine RSV-Infektion. Ist die Impfung dann noch vorgesehen?
Ja. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts hinterlässt eine durchgemachte RSV-Infektion keine lange Immunität, und eine erneute Ansteckung ist schon kurz danach möglich. Wer zu den empfohlenen Gruppen gehört, kann sich nach der Genesung impfen lassen.
Ich gehöre zu keiner der empfohlenen Gruppen. Kann ich mich trotzdem impfen lassen?
Möglich ist das, eine Empfehlung der STIKO gibt es dafür aber nicht. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts ist die Impfung dann eine Einzelfallentscheidung, nach individueller Abwägung mit einer Ärztin oder einem Arzt.
Womit muss ich nach der Impfung rechnen?
Das Robert Koch-Institut nennt die üblichen Impfreaktionen: Schmerzen an der Einstichstelle oder Kopf- und Gliederschmerzen. Im Allgemeinen sind die Impfstoffe nach Angaben des Instituts gut verträglich. Jeden Verdacht auf eine Nebenwirkung erfasst und bewertet das Paul-Ehrlich-Institut.
Kassenleistung unter Bedingungen: Die Krankenkasse zahlt bei bestimmtem Alter oder bestimmter Indikation, sonst zahlen Sie selbst. Ihre Apotheke sagt Ihnen, was für Sie gilt.
Stand der Angabe: 21.08.2026
Apotheken, die gegen RSV impfen
Bisher hat uns keine gelistete Apotheke diese Impfung gemeldet. Das heißt nicht, dass sie niemand anbietet. Fragen Sie in Ihrer Apotheke nach.
Eine Apotheke in Ihrer Nähe finden
Adresse oder PLZ eingeben, Apotheken mit hinterlegtem Impfangebot in der Nähe finden und nach Impfung filtern.
Quellen
- STIKO-Empfehlungen 2026, Epidemiologisches Bulletin 4/2026, Robert Koch-Institut, Stand 22.01.2026
- Antworten auf häufig gestellte Fragen zur Schutzimpfung gegen RSV, Robert Koch-Institut, Stand 05.01.2026
- RSV-Impfstoffe, Paul-Ehrlich-Institut, Stand 13.08.2026
- Schutzimpfungs-Richtlinie, Anlage 1, Gemeinsamer Bundesausschuss, Stand 28.04.2026
- § 20c IfSG — Schutzimpfungen durch Apotheker, Bundesministerium der Justiz, Stand Fassung seit 02.07.2026
- ApoVWG in Kraft: Was schon jetzt gilt — und was erst später kommt, ABDA, Stand 02.07.2026
Diese Seite gibt allgemeine Informationen wieder und nennt ihre Quellen. Sie ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Was in Ihrem Fall richtig ist, klären Sie in Ihrer Apotheke oder Ihrer Arztpraxis.