Zum Inhalt springen

Pneumokokken-Impfung in der Apotheke

Wem die Pneumokokken-Impfung empfohlen wird, wie oft sie gegeben wird, was die Krankenkasse zahlt und welche Apotheken sie anbieten.

Stand: 21.08.2026

Seit dem 2. Juli 2026 dürfen geschulte Apothekerinnen und Apotheker Erwachsene gegen Pneumokokken impfen, ohne Arzttermin und ohne Überweisung. Vorher waren in einer Apotheke nur Grippe und Corona möglich. Die Regel steht in § 20c des Infektionsschutzgesetzes, der sie zugleich auf Menschen ab 18 Jahren begrenzt.

Pneumokokken sind Bakterien. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts besiedeln sie den Nasen-Rachen-Raum, meist ohne Beschwerden zu verursachen. Auslösen können sie Krankheiten der oberen und der unteren Atemwege, darunter eine Lungenentzündung.

Erlaubt ist die Impfung seither in jeder Apotheke, angeboten wird sie noch nicht in jeder: Impfen darf nur, wer dafür ärztlich geschult ist. Dazu verpflichtet das Gesetz keine Apotheke. Welche Apotheken sie anbieten, steht unten auf dieser Seite.

Wem die Impfung empfohlen wird

Menschen ab 60 Jahren, und unabhängig vom Alter allen mit einem erhöhten Risiko für eine schwere Pneumokokken-Erkrankung. So steht es in der Empfehlung der Ständigen Impfkommission am Robert Koch-Institut von 2026. Für die einen ist sie dort eine Standardimpfung nach Alter, für die anderen eine Indikationsimpfung nach Vorerkrankung.

Die Grenze bei 60 Jahren hat einen Grund: Nach Angaben des Robert Koch-Instituts sind Pneumokokken-Erkrankungen ab diesem Alter besonders häufig. Als Risiko nennt die Empfehlung drei Gruppen:

  • angeborene oder erworbene Immundefekte: etwa eine HIV-Infektion, eine Krebserkrankung, eine fehlende oder funktionslose Milz, eine Therapie, die das Immunsystem unterdrückt, oder ein chronisches Nierenversagen
  • andere chronische Krankheiten: Asthma, COPD und andere Krankheiten der Atemwege, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, ein mit Tabletten oder Insulin behandelter Diabetes, ein Anfallsleiden
  • anatomische Besonderheiten oder Fremdkörper, die eine Pneumokokken-Hirnhautentzündung begünstigen: etwa ein Cochlea-Implantat oder ein Leck, aus dem Hirnwasser austritt

Dazu kommt eine Empfehlung für den Beruf: Sie gilt für Tätigkeiten wie das Schweißen und Trennen von Metallen, bei denen Metallrauche entstehen.

Gehören Sie zu keiner dieser Gruppen, ist die Impfung trotzdem möglich. Ob sie für Sie sinnvoll ist, klären Sie in der Apotheke oder in Ihrer Arztpraxis.

Wie oft geimpft wird

Für Menschen ab 60 nennt die Empfehlung von 2026 eine einmalige Impfung. Wie lange der Schutz danach anhält, ist offen. Nach der Empfehlung liegen dazu keine Daten vor. Eine Wiederholungsimpfung spricht die Ständige Impfkommission deshalb zurzeit für keine der Gruppen aus.

Was die Krankenkasse zahlt

Die gesetzliche Krankenkasse zahlt für die Gruppen, denen die Impfung empfohlen wird. Welche das genau sind, steht in Anlage 1 der Schutzimpfungs-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses. Der Ausschuss entscheidet darüber auf Grundlage der STIKO-Empfehlungen, weil § 20i des Fünften Sozialgesetzbuchs ihm das vorschreibt.

Darüber hinaus kann eine Kasse die Impfung freiwillig übernehmen, als Satzungsleistung. Sonst zahlen Sie selbst. Was die Impfung dann kostet, legt jede Apotheke fest. Fragen Sie dort nach, bevor Sie einen Termin buchen.

Häufige Fragen

Kann ich mich am selben Termin auch gegen Grippe oder Corona impfen lassen?

Ja. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts ist zwischen der Pneumokokken-Impfung und anderen Impfungen ohne vermehrungsfähige Erreger, etwa gegen Grippe oder COVID-19, kein Abstand nötig. Ob die Apotheke beides an einem Termin macht, entscheidet sie im Aufklärungsgespräch.

Ich bin schon einmal gegen Pneumokokken geimpft worden. Was gilt dann?

Das hängt davon ab, womit und wann Sie damals geimpft wurden. Die Empfehlung der Ständigen Impfkommission von 2026 führt die Fälle einzeln auf und nennt für jeden einen eigenen Mindestabstand. Die Apotheke sieht dafür in Ihren Impfpass.

Zahlt die Krankenkasse die Impfung, wenn ich sie wegen meines Berufs brauche?

Ob eine beruflich empfohlene Impfung eine Pflichtleistung der gesetzlichen Krankenversicherung ist, legt der Gemeinsame Bundesausschuss in der Schutzimpfungs-Richtlinie fest. Nach den STIKO-Empfehlungen von 2026 kommt daneben der Arbeitgeber als Kostenträger infrage. Fragen Sie vor dem Termin bei Ihrer Kasse und bei Ihrem Arbeitgeber nach.

Kassenleistung unter Bedingungen: Die Krankenkasse zahlt bei bestimmtem Alter oder bestimmter Indikation, sonst zahlen Sie selbst. Ihre Apotheke sagt Ihnen, was für Sie gilt.

Stand der Angabe: 21.08.2026

Apotheken, die gegen Pneumokokken impfen

Bisher hat uns keine gelistete Apotheke diese Impfung gemeldet. Das heißt nicht, dass sie niemand anbietet. Fragen Sie in Ihrer Apotheke nach.

Eine Apotheke in Ihrer Nähe finden

Adresse oder PLZ eingeben, Apotheken mit hinterlegtem Impfangebot in der Nähe finden und nach Impfung filtern.

Quellen

Diese Seite gibt allgemeine Informationen wieder und nennt ihre Quellen. Sie ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Was in Ihrem Fall richtig ist, klären Sie in Ihrer Apotheke oder Ihrer Arztpraxis.