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Impfung gegen Gürtelrose in der Apotheke

Wem die Ständige Impfkommission die Impfung gegen Gürtelrose empfiehlt, wovor sie schützen soll und welche Apotheken sie anbieten.

Stand: 21.08.2026

Seit dem 2. Juli 2026 dürfen Apotheken auch gegen Gürtelrose impfen, medizinisch Herpes zoster. Das geht ohne Arzttermin und ohne Überweisung, ab 18 Jahren.

Wem die Impfung empfohlen wird

Die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut nennt in ihrer Empfehlung von 2026 zwei Gruppen.

Allen ab 60 Jahren empfiehlt sie die Impfung als Standardimpfung, also unabhängig von Vorerkrankungen. Für Erwachsene ab 18 Jahren ist sie eine Indikationsimpfung: empfohlen bei einer angeborenen oder erworbenen Immundefizienz, also einem geschwächten Immunsystem, oder bei einer schweren Ausprägung einer chronischen Grunderkrankung. Die Empfehlung nennt dafür Beispiele:

  • nach einer Stammzelltransplantation, einer zellbasierten Therapie oder einer Organtransplantation
  • unter Medikamenten, die das Immunsystem unterdrücken, etwa einer Chemotherapie
  • bei einer Krebserkrankung
  • bei einer HIV-Infektion
  • bei rheumatoider Arthritis oder systemischem Lupus erythematodes
  • bei einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung
  • bei einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) oder Asthma bronchiale
  • bei einer chronischen Nierenerkrankung oder Diabetes mellitus

Wie hoch das Risiko ist, hängt von der Erkrankung ab. Am höchsten ist es nach Einschätzung der Impfkommission bei einer Immundefizienz und bei bestimmten Autoimmunerkrankungen oder deren Behandlung. Bei einer chronischen Grunderkrankung profitieren nach ihrer Einschätzung vor allem Menschen, deren Erkrankung nicht gut eingestellt ist. Das gilt auch für Menschen mit mehreren Erkrankungen gleichzeitig.

Bei Menschen zwischen 18 und 59 Jahren schließt die Empfehlung leichte, unkomplizierte oder mit Medikamenten gut eingestellte Formen dieser Erkrankungen aus. Ein deutlich erhöhtes Risiko sieht die Impfkommission dort nicht. Wer 60 ist oder älter, fällt ohnehin unter die Standardimpfung.

In beiden Gruppen sieht die Empfehlung zwei Impfungen im Abstand von zwei bis sechs Monaten vor. Auf ihr baut die Schutzimpfungs-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses auf, die festlegt, wer einen Anspruch gegenüber der Krankenkasse hat.

Wovor die Impfung schützen soll

Vor einer Gürtelrose und vor einer postherpetischen Neuralgie. Diese beiden Ziele nennt die Empfehlung der Impfkommission von 2026. Das Robert Koch-Institut beschreibt die Neuralgie als Nervenschmerzen, die nach dem Abheilen einer Gürtelrose zurückbleiben können.

Nach seinen Angaben löst das Varizella-zoster-Virus zuerst Windpocken aus und bleibt danach in Nervenknoten im Körper. Wird es dort wieder aktiv, entsteht eine Gürtelrose. Sie tritt deshalb nur bei Menschen auf, die das Virus schon in sich tragen.

Warum nicht jede Apotheke sie anbietet

Impfen ist für eine Apotheke freiwillig. § 20c des Infektionsschutzgesetzes erlaubt es, ohne eine Apotheke dazu zu verpflichten. Wer impft, muss ärztlich geschult sein und die erfolgreiche Teilnahme an der Schulung nachweisen. Seit dem 2. Juli 2026 erlaubt die Vorschrift alle Impfstoffe, die keine Lebendimpfstoffe sind.

Gegen Gürtelrose ist in Deutschland ein Totimpfstoff zugelassen — ein Impfstoff, der keine vermehrungsfähigen Erreger enthält. Die Impfung ist damit in der Apotheke möglich. Welche Apotheken sie anbieten, steht unten auf dieser Seite.

Häufige Fragen

Ich hatte schon einmal eine Gürtelrose. Gilt die Empfehlung trotzdem?

Ja. Die Empfehlung der Ständigen Impfkommission von 2026 rät auch nach einer durchgemachten Gürtelrose zur Impfung, um einen Rückfall zu vermeiden. Sie nennt dafür einen Abstand von mindestens sechs bis zwölf Monaten zur vorangegangenen Erkrankung. Vorausgesetzt ist, dass die akute Erkrankung vorüber ist und die Beschwerden abgeklungen sind. Wann das bei Ihnen so ist, klären Sie in der Apotheke oder in Ihrer Arztpraxis.

Muss vor der Impfung geklärt werden, ob ich Windpocken hatte?

Nein, in der Regel nicht. Windpocken kommen vom selben Virus wie eine spätere Gürtelrose, dem Varizella-zoster-Virus. Nach der Empfehlung der Ständigen Impfkommission von 2026 haben bis zu 99 % der vor 2004 in Deutschland Aufgewachsenen diese Infektion hinter sich. Eine Blutuntersuchung vor der Impfung ist deshalb im Allgemeinen nicht nötig.

Kann ich am selben Termin noch gegen etwas anderes geimpft werden?

Ja, für vier Impfungen sieht die Empfehlung der Ständigen Impfkommission von 2026 das vor: gegen Grippe, gegen das Atemwegsvirus RSV, gegen Tetanus, Diphtherie und Keuchhusten sowie gegen COVID-19. Sie nennt dafür jeweils einen bestimmten Impfstofftyp, deshalb entscheidet die Apotheke am Termin darüber.

Kassenleistung unter Bedingungen: Die Krankenkasse zahlt bei bestimmtem Alter oder bestimmter Indikation, sonst zahlen Sie selbst. Ihre Apotheke sagt Ihnen, was für Sie gilt.

Stand der Angabe: 21.08.2026

Apotheken, die gegen Herpes Zoster impfen

Bisher hat uns keine gelistete Apotheke diese Impfung gemeldet. Das heißt nicht, dass sie niemand anbietet. Fragen Sie in Ihrer Apotheke nach.

Eine Apotheke in Ihrer Nähe finden

Adresse oder PLZ eingeben, Apotheken mit hinterlegtem Impfangebot in der Nähe finden und nach Impfung filtern.

Quellen

Diese Seite gibt allgemeine Informationen wieder und nennt ihre Quellen. Sie ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Was in Ihrem Fall richtig ist, klären Sie in Ihrer Apotheke oder Ihrer Arztpraxis.