Schutz vor FSME durch Zeckenstich mit Impfung in der Apotheke
Wem die STIKO die FSME-Impfung empfiehlt, welche Land- und Stadtkreise 2026 als Risikogebiete gelten und welche Apotheken die Impfung anbieten.
Stand: 04.09.2026
Der Gemeine Holzbock (lat. Ixodes ricinus) ist die heimische und zugleich am häufigsten vorkommende Zeckenart in Deutschland. Zecken gelten als die gefährlichsten Tiere Deutschlands, weil sie verschiedene Krankheitserreger übertragen, zum Beispiel Borrelien und das Virus der Frühsommer-Meningoenzephalitis, kurz FSME.
Während einer Blutmahlzeit an einem infizierten Wirt, z. B. einer Ratte oder einer Fledermaus, kann die Zecke Erreger wie Viren aufnehmen. FSME ist eine Viruserkrankung und gehört zur Gruppe der Flaviviren. Bei einer späteren Blutmahlzeit kann die Zecke diesen Erreger dann auf einen Menschen übertragen. Zecken überleben Spülen und sogar einen Waschgang der Waschmaschine. Sie beißen nicht, sondern stechen, denn sie besitzen einen Stechrüssel und keine Zähne. Zwar trägt nicht jede Zecke das FSME-Virus in sich, jedoch überträgt eine mit FSME infizierte Zecke die Viren bereits unmittelbar und sofort mit dem Zeckenspeichel. Dieser Speichel wirkt zudem betäubend, weshalb der Stich in der Regel unbemerkt bleibt.

Ganzjährige FSME-Impfung in der Apotheke sinnvoll
Zecken lassen sich, anders als viele denken, nicht von Bäumen fallen, sondern von Gräsern, Blättern und Gebüschen abstreifen. Eine ausgewachsene Zecke hat acht Beine, die Larve hingegen nur sechs. Es existieren drei Subtypen des FSME-Virus: der europäische, der sibirische und der fernöstliche Subtyp.
Der Klimawandel begünstigt die Zeckenaktivität zusätzlich. Durch die immer milderen Winter sind Zecken inzwischen ganzjährig aktiv, der Gemeine Holzbock wird bereits bei Temperaturen von 4 bis 7 Grad aktiv. Damit trifft das Akronym FSME für Frühsommer-Meningoenzephalitis eigentlich nicht mehr zu, denn Zecken sind auch in den Wintermonaten, etwa im November oder Dezember, aktiv. Ein Termin für die Impfung ist daher zu jederzeit geeignet.
Verlauf einer FSME-Erkrankung und FSME-Impfung in der Apotheke
In den meisten Fällen verläuft die FSME-Infektion asymptomatisch. Eine Infektion verläuft oft in zwei Phasen. Nach kurzer Inkubationszeit treten zunächst Symptome wie Fieber auf, ähnlich einer Grippe. Danach fühlen sich viele Betroffene für 2 bis 7 Tage wieder besser. Es kann jedoch eine zweite Phase folgen, in der das Gehirn und seltener auch die Nerven betroffen sind. Demnach kann eine FSME-Erkrankung zu einer Meningitis (Hirnhautentzündung), einer Meningoenzephalitis (kurz Enzephalitis, Gehirnentzündung) oder einer Enzephalomyelitis (kurz Myelitis, Rückenmarksentzündung) führen. Ein Teil der Patienten behält nach der akuten Erkrankung dauerhafte neurologische Probleme, die den Alltag und die Lebensqualität spürbar einschränken.
FSME stellt ein zunehmendes Problem für die öffentliche Gesundheit dar, wobei die Fallzahlen in den letzten Jahren stetig gestiegen sind.
Eine wirksame Maßnahme gegen diese potenziell schwere Krankheit, die mit ernsthaften Langzeitfolgen einhergehen kann, ist die Impfung. Die Grundimmunisierung besteht aus drei Teilimpfungen, die erste Auffrischung erfolgt nach drei Jahren. Eine unvollständige Grundimmunisierung bietet jedoch keinen ausreichenden Schutz.
Detailliertere Informationen zum Impfschema erhalten Sie von Ihrer Apotheke oder Ihrer Ärztin bzw. Ihrem Arzt.
Wer sich mit einem Termin in der Apotheke für die Zeckenimpfung impfen lassen kann
Die STIKO empfiehlt allen Menschen in Deutschland eine FSME-Impfung, die in Risikogebieten leben oder dorthin reisen. Selbst bei einem kurzen Aufenthalt auf einem Autobahnrastplatz kann die Gefahr eines Zeckenstichs bestehen. Neue Risikogebiete im Jahr 2026 sind der Landkreis Nordsachsen und der Stadtkreis Halle (Saale). Es gibt aktuell 185 betroffene Land- und Stadtkreise. Außerdem gibt es eine berufsbedingte deutschlandweite Impfempfehlung für FSME-exponiertes Laborpersonal und Forst- und Landwirtschaftsarbeitende. Die Kosten für jede Teilimpfung werden von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen.
Die Risikogebiete in Deutschland sind zurzeit (2026):
- Baden-Württemberg (außer Heilbronn)
- Bayern (außer Schweinfurt)
- Brandenburg (Oberspreewald-Lausitz, Oder-Spree, Spree-Neiße, Frankfurt Oder, Elbe-Elster)
- Hessen (Odenwald, Bergstraße, Darmstadt-Dieburg, Darmstadt, Groß-Gerau, Offenbach, Main-Kinzig-Kreis, Marburg-Biedenkopf, Fulda)
- Niedersachsen (Emsland, Celle)
- Nordrhein-Westfalen (Solingen)
- Rheinland-Pfalz (Birkenfeld)
- Saarland (Saarpfalz-Kreis)
- Sachsen (außer Leipzig)
- Sachsen-Anhalt (Dessau-Roßlau, Anhalt-Bitterfeld, Halle)
- Thüringen (Jena, Gera, Saale-Holzland-Kreis, Saale-Orla-Kreis, Saalfeld-Rudolstadt, Hildburghausen, Sonneberg, Greiz, Ilm-Kreis, Schmalkalden-Meiningen, Suhl, Weimarer Land, Altenburger Land)
Apotheken, die gegen FSME impfen
Bisher hat uns keine gelistete Apotheke diese Impfung gemeldet. Das heißt nicht, dass sie niemand anbietet. Fragen Sie in Ihrer Apotheke nach.
Eine Apotheke in Ihrer Nähe finden
Adresse oder PLZ eingeben, Apotheken mit hinterlegtem Impfangebot in der Nähe finden und nach Impfung filtern.
Quellen
- STIKO-Empfehlungen 2026 und FSME-Risikogebiete, Epidemiologisches Bulletin 4/2026, Robert Koch-Institut, Stand 22.01.2026
- Infektionen über Zecken und Mücken (Vektorübertragung), Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit, Stand 17.02.2026
- Tick-borne encephalitis: A comprehensive review of the epidemiology, virology, and clinical picture, Reviews in Medical Virology, Stand 09/2023
- Tick-borne encephalitis virus infection in humans, Medicinski pregled, Stand 03/2016
- Kongress: Zecke gefährlichste Tier Deutschlands, Deutsches Ärzteblatt, Stand 21.03.2012
- Zecken und FSME, zertifizierte Fortbildung, medlearning im Auftrag von Pfizer, Stand 04.09.2026
Diese Seite gibt allgemeine Informationen wieder und nennt ihre Quellen. Sie ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Was in Ihrem Fall richtig ist, klären Sie in Ihrer Apotheke oder Ihrer Arztpraxis.